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Forum » Deutsch » Wir sollten China als Vorbild nehmen 1 2
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12.05.08 21:02
buntgrau

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Wir sollten China als Vorbild nehmen

Auszug aus dem China-Newsletter von Xinhua.de vom 12.05.2008

Zitat:


Wer in den letzten Wochen das Thema China intensiv verfolgt hat, der dürfte nicht nur Nachrichten zu den Themen "Olympische Spiele", Dalai Lama, Tibet mitbekommen haben. Nein, wenn man die Augen offen gehalten hat und sich vor allem auch Gedanken über die Ereignisse der letzten Wochen gemacht hat, kann man eigentlich nur zu einem Ergebnis kommen:

Wir sollten China als Vorbild nehmen!

Ich möchte nicht bei der Tausenden von Jahren alten Kultur anfangen, es reicht wenn man einen Anfang genau an der Stelle macht, als Mao sich von Russland abwendete und getreu dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" sich langsam dem Westen öffnete. Nicht zu vergessen Deng Xiaoping der die eigentliche Öffnung Chinas dann erst richtig in Gang gesetzt hat.

Seit Deng Xiaoping Mitte der neunziger Jahre erklärt hat, dass "reich sein" keine politische Schande mehr ist, und plötzlich die ersten Chinesen wieder zu Reichtum gelangten, waren auch die 70 Millionen Tote in Friedenszeiten unter Mao vergessen. Mao kann und muss auch noch heute aus Sicht der Chinesen verehrt werden, weil man natürlich allem auch irgendwie eine positive Seite abgewinnen kann. Als Deutscher muss man nur an etwas Positives aus dem Dritten Reich denken und wird dafür bereits als Nazi abgestempelt. Hier haben wir also bereits den ersten Punkt, der als Vorbild dient.

Wenn man bedenkt, dass es China geschafft hat, sich innerhalb von nur zwanzig Jahren vom Entwicklungsland zur Industrienation mit Devisenreserven, die andere Länder im Westen eher als Schulden kennen, dann haben wir schon einen weiteren Punkt. Natürlich verschweigen wir als Chinese geschickt, dass das Startkapital aus dem Westen kam und sagen, dass wir das alles ganz alleine geschafft haben (wunderbare PR-Arbeit). Und auch wenn wir schon längst eine Industrienation waren, haben wir uns noch immer als Entwicklungsland ausgegeben, Entwicklungshilfen und Zugeständnisse bekommen und somit die eigene Machtposition geschickt ausgebaut. Als der Westen dann das Wort Entwicklungsland nicht mehr nutzen wollte, gab man sich als moderner Chinese auch mit dem Begriff Schwellenland zufrieden. Der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Rechnen konnte die Chinesen schon immer besser als die Langnasen aus dem Westen. Immerhin haben die Chinesen mit dem Abakus den ersten Taschenrechner erfunden.

Aber machen wir einen Sprung ins aktuelle Zeitgeschehen. Manager aus dem Westen schimpfen zwar viel über die illegalen Kopien aus China, sorgen aber mit ihrem Verhalten dazu, dass dies überhaupt erst möglich ist. Nehmen wir den Airbus. Der europäische Flugzeugbauer Airbus beginnt im August mit der Produktion in seinem Endmontagewerk in China. 2009 soll dort das erste Flugzeug vom Typ A320 fertig gestellt werden. Die chinesischen Partner sind die Tianjin Free Trade Zone sowie die beiden chinesischen Flugzeugbauer China Aviation Industry Corporation AVIC I und AVIC II. Und was konnten wir in der letzten Woche als Schlagzeile lesen? "China: chinesischer Jumbo-Jet tritt Konkurrenz gegen Airbus und Boeing an". Mancher wird zuerst gelacht oder geschmunzelt haben - aber - "Das Forschungs- und Entwicklungszentrum mit 2.000 Angestellten wird bei der Shanghaier Filiale des Ersten Flugzeuginstituts der China Aviation Industry Corporation I (AVIC I) angesiedelt sein." - also genau der Firma, die auch für die Endmontage des Airbus zuständig ist ...

Oder nehmen wir die politische Diskussion rund um die Olympischen Spiele (ohne dabei eine Stellung zu beziehen). Alle, aber wirklich alle Politiker aus Deutschland, die eigentlich etwas zu sagen hätten, sind doch nichts anderes als "Schwanzklemmer", "Warmduscher" und "Schattenparker". Da kommt der Dalai Lama und man hat keine Zeit diesen zu treffen. Alles gerade im Vorfeld proklamierte Statements, wie wichtig einem irgendwelche Positionen zum wichtigen Thema Menschenrechte sind, werden schlagartig über Bord geworfen. Ja, die Wirtschaft hat ja auch alle gewarnt. Man soll nicht so hart urteilen und es sich nicht mit China verscherzen. Also, entweder hatten unsere Politiker keine wirkliche Meinung oder sie glauben den Vertretern der Wirtschaft, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der chinesischen Industrie für Deutschland (oder Manager-Bankaccounts) sind. Auch an der beeindruckenden Haltung der chinesischen Offiziellen solllte man sich ein Beispiel nehmen. Die rücken nicht von Ihrer Meinung ab und können, obwohl sie sich mit dem Erzfeind Japan treffen, der zudem auch noch offiziell einen Dialog Chinas mit dem Dalai Lama fordert, genau diesen auch innerhalb der Gespräche noch beschimpfen und verunglimpfen. Super, derartige eindeutige Dialogteilnahme können Europäern von China lernen.

Ach ja Japan ... Alle Welt hat auf den Fackellauf geblickt und die Demonstranten in Schutz genommen. War ja auch ein leichtes, denn die Beschützer der Flamme waren eine Eliteeinheit der Chinesen. Wow, ein "friedlicher Einmarsch" - so etwas hat noch kein westlicher Statt geschafft. Nur die Japaner, die haben genau dieser Elitetruppe die Einreise verwehrt und dennoch hat Hu Jintao seine Reise nach Japan angetreten und Alle reden von einer erfolgreichen Reise.

Ja, und jetzt hat so mancher schwäbischer Häuslesbauer auch noch zu befürchten, dass er die Raten für sein Eigenheim in Zukunft an die Chinesen zurückzahlen muss, weil der Chinesische Staatsfond an einer Übernahme der ur-deutschen Dresdner Bank interessiert ist. Die Dresdner Bank, der Einstieg Chinas in den "stärksten Finanzdienstleister" Allianz? Also wenn man daran kein Vorbild nehmen sollten: China schafft es, von der "verlängerten Werkbank des Westens" zur Hausbank derer zu werden, die China als billige Produktionsstätte ausgenutzt hatten und noch immer tun.

So, nun macht was draus. Ich kann mich nicht um alles kümmern.

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13.05.08 10:26
forenhasser

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Re: Wir sollten China als Vorbild nehmen

Was soll man hierzu kommentieren? Vielleicht so:

Zitat:


Ein Zyniker ist jemand, der Ideale hat, aber ganz genau weiß, dass sie nicht realisierbar sind.

29.05.08 21:38
stadtwiesel

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Re: Wir sollten China als Vorbild nehmen

Ein sehr treffendes Zitat ...

Aber stimmt doch auch - z.B. die Angst vor wirtschaftlichen Konsequenzen und das man vor China kuscht.
Wahrscheinlich hat die Ministerin Wieczorek-Zeul sich nur deswegen getraut den Dalai Lama zu treffen, weil sie momentan noch die Entwicklungshelfergelder für China zurückhält ... kratzt ja China nicht. Okay, das Geld hätten sie schon gern, aber verzichten darauf können sie allemal. Frag mich echt, welches Selbstbewußtsein die haben, wenn ich allein schon die Schlagzeile in chinesischen Zeitungen lese, dass eine deutsche Ministerin den Dalai Lama empfangen hat, OBWOHL China etwas dagegen hat.

06.05.09 13:48
bao_mao_ruo



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Re: Wir sollten China als Vorbild nehmen

Hi
Bin ganz eurer Meinung, aber wie Mao die Revulution durchgestzt hat, das finde ich jetzt nicht gut.
Aber ohne Mao wäre China nicht das Land das es Heute ist.
mfg
bao mao ruo

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09.07.09 21:15
amnesty

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Re: Wir sollten China als Vorbild nehmen

WIE KANN MAN SO EIN LAND ALS VORBILD NEHMEN WOLLEN DAS SO SEHR GEGEN MENSCHENRECHTE VERSTÖßT! DANN KÖNNEN WIR HITLER AUCH ALS VORBILD NEHMEN....... .

16.07.09 15:42
andelie1987



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Re: Wir sollten China als Vorbild nehmen

Nee, Genosse! Bitte, nicht verwechseln! Hitler und seine Armee wurden von den glorreichen sowjetischen Truppen zerstört unter der Führung von Stalin, der als Beispiel für Mao Ze Dong diente! :) D.h. die Ideologie des heutigen Chinas ist genau das Gegenteil der Bestrebungen Hitlers! :)

Was ist dein Problem, Kumpel? Welcher Chinese hat gegen deine Rechte verstoßen? Wir finden heraus, wer er ist und zertrümmern alle Schaufenster in seiner Stadt, wie man es in den demokratischen Ländern tut. Dabei kann man auch was aus den Läden klauen! Ich hab' immer gesagt, dass Kämpfe um Menschenrechte sehr vorteilhaft sein können.

Aber erst sagst du uns, welches Vieh dich beleidigt hat und warum? Bist du vielleicht ein Gay-Aktivist und dir fehlen ein Paar Gay-Paraden? Oder hast du keine Möglichkeit in diesem unzivilisierten Land Drogen zu nehmen, wie es im demokratischen Amsterdam so üblich ist?

04.11.09 14:38
bernhard

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Re: Wir sollten China als Vorbild nehmen

@amnesty:

1. es ist eine Unhöflichkeit sondersgleichen, mit Großbuchstaben zu posten. Falls Sie das nicht wissen, sollten Sie mal im Internet nach der Bedeutung schauen!

2. China und seine politische Führung mit Hitler zu vergleichen ist nicht nur einfach dumm, es ist brunzdumm! Es drängt sich mir die Vermutung auf, Sie könnten einer aus der besonderen Bundeswehrtruppe sein, die politische Agitation in Foren betreiben. Wollen Sie etwa behaupten, die EU- Diktatur sei einen Deut besser?

Ein solches riesige Reich zur Zufriedenheit aller zu führen ist sicherlich überaus schwierig, insbesondere, wenn man die Tradition sieht. Ich habe 8 Monate in diesem Land gearbeitet. Ich habe 8 Monate sehr freundliche und zuvorkommende Menschen kennen gelernt. Ich habe 8 Monate an meinem freien Internet verbracht. Ich habe bestens organisierte Märkte erlebt; 1 kg Kartoffeln zu 2 Eurocent ( hier zu 2 Euro ); die Bürger arbeiten hart und sind stolz. Und was passiert in Europa? Ethik/Moral verkommen zu einem Dreckhaufen. Kriminalität und Bestechung ohne Ende. Vorteilnahme in unserem gelobten westlichen Land wohin man schaut. Menschen werden als Leiharbeiter- Sklaven eingekauft und wieder entlassen.

Ich habe in China erlebt, dass ein Fabrikbesitzer Verständnis dafür hatte, wenn einer seiner Arbeiter ein paar Tage aus persönlichen Gründen ( unbezahlt ) zu Hause blieb. Ich habe erlebt, dass ein Fabrikbesitzer noch zu seinen Mitarbeitern ging und sich nach deren Familie erkundigte.

Aber ich habe auch die Befürchtung, dass mit zunehmenden verwestlichten Strukturen das sozialer Klima kälter wird.

04.11.09 15:00
buntgrau

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Re: Wir sollten China als Vorbild nehmen

Vieles von dem, das du (bernhard) geschrieben hast, kann ich bestätigen oder sehe es genauso. Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Ausbeutung des Kapitals „Menschen“ nicht erst jetzt ein aufkeimendes Problem darstellt, sondern aufgrund der gewaltigen Zahl an Menschen schon immer vorherrschte. Es gibt also leider nicht nur die freundlichen Fabrikbesitzer und es gibt auch nicht nur die Arbeiter, die komplett hinter der Firma stehen in der diese arbeiten. Deutschland und China entwickeln sich komplett unterschiedlich. Deutschland ist schon lange nur noch eine Demokratie auf dem Papier, ein Rechtsstaat ist es schon wesentlich länger nicht mehr. Während die Staaten im Westen mehr Freiheit für die chinesische Bevölkerung von der chinesischen Regierung fordern, werden die Grundrechte und Freiheiten (vor allem in Deutschland) von den eigenen Regierung immer weiter „gestrichen“. China hingegen bewegt sich, wenn auch langsam, immer mehr in Richtung dessen was wir als gerne von China sehen möchten. Das „Hauen und Stechen“ und die „Ellbogenmentalität“ wir dabei genauso angewendet, was ich aber nicht als ein Verschulden des Westens ansehe.

27.01.10 17:33
magicpain
nicht registriert

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Re: Wir sollten China als Vorbild nehmen

Leider gibt es auch andere negative Aspekte an China.
Ich will niemanden auf den Schlips treten, aber ich möchte meine Meinung bekannt geben.

Neben den bereits angesprochenen menschenrechtlichen Problemen gibt es auch noch die, des Tierschutzes.
Ich bin mit Sicherheit nicht rassistisch und auch nicht so veranlagt. Meine Meinung geht lediglich gegen Menschen, die ein derartiges Verhalten an den Tag legen. Natürlich gibt es das auch an anderen Orten dieser Welt. Allerdings ist es (Meiner Meinung) in China am schlimmsten.

Wer sich ohne weitere Worte ein Bild meiner Meinung machen möchte, sollte die Seite besuchen und das Video ansehen: http://www.peta.de/web/chinapelz.1732.html und sehen was der Tierschutz in China verpasst.
(Bitte nur ansehen, wenn sie einiges wegstecken können)

27.01.10 17:50
buntgrau

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Re: Wir sollten China als Vorbild nehmen

Was in diesem Video gezeigt wird, ist abscheulich und absolut nicht zu tolerieren. PETA hat es jedoch versäumt, ein Datum anzugeben. Von wann ist das Video? Wie alt ist es schon? Zudem muss trotz aller Abscheulichkeit gesagt werden, dass dies genauso gut ein Einzelfall sein kann. Wo sind die Beweise, dass dies eine gängige Praxis in China ist? Die Einleitung „China liefert mehr als die Hälfte aller fertigen Pelzkleidung, die für den Verkauf in die USA und nach Europa importiert werden“ erweckt den Eindruck, als würde nur so in China gearbeitet werden.

Aufgrund der erheblichen Mängel im PETA-Bericht, kann man hier nur von einer gezielten Propaganda und vor allem von einer genauso nicht zu tolerierenden Pauschalisierung sprechen.

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