| Forum » China Reisen und Reisen in China » Die typischen Qilous in der südchinesischen Stadt Guangzhou in Guangdong |
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07.11.11 03:39 buntgrau
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Die typischen Qilous in der südchinesischen Stadt Guangzhou in Guangdong Wenn man Qilou erwähnt, denken viele direkt an die alten Bauwerke in der südchinesischen Stadt Guangzhou in der Proving Guangdong. Die wörtliche Übersetzung des Namens Qilou ist "reitendes Gebäude" (chin. 骑楼), der eine greifbare Beschreibung des Baustiles dieser Häuser ist. Die Eigenschaft der Gebäude ist, dass die Fläche des Parterre nur die Hälfte des Obergeschoss ausmacht und der nach außen gewölbte Teil des Obergeschoss nur auf 2 Säulen ruht, als ob das Obergeschoss reiten würde. Infolgedessen haben diese Häuser den Namen "reitendes Gebäude" bekommen.
Qilou ist am Ende des 20. Jahrhundertes nach dem ersten Opiumkrieg entstanden. Im Zuge der zwanghaften Öffnung nach außen wurden reichlich westliche Bauwerke in der Hafenstadt Guangzhou gebaut. Die einheimischen Architekten haben hiernach den westlichen Baustil übernommen und mit dem kantonesischen Stil zusammengelegt. Man kann das Qilou nicht nur als eine Vermischung chinesischer und westlicher Baustile, sondern darüber hinaus als eine wahrhafte Widerspiegelung der Geschichte der Kolonialzeit betrachten.
Dieses Erbe hat auch ihre praktische Funktion. Zu dieser Zeit dienten die Qilou als Bauwerke für Geschäfte. Im Parterre befand sich der Laden und darüber die Wohnung. So konnte jede Familie mit einem kleinen Laden auf eigenen Beinen stehen und man schaffte zudem auf dem größeren Obergeschoss Platz für die Familie. Hinzu kommt, dass die Qilou dem Klima in Guangzhou angepasst sind. In Guangzhou herrscht ein subtropisches Klima. Besonders im Sommer regnet es überdurchschnittlich viel. Das größere Obergeschoss schützt die Geschäftsleute und die Kunden vor dem Regen.
Die unversehrt typischen Qilous kann man einfach auf Reisen nach China in den alten Stadtteilen der Stadt Guangzhou finden, zum Bespiel dem Liwan-Bezirk, Dongshan-Bezirk sowie am nördlichen Ufer des Perlflusses. Davon gilt der Liwan-Bezirk, der im Volksmund Xiguan genannt wird, heute schon als ein touristisches Ziel der Stadt. In diesem Stadtteil kann man nicht nur die Qilou und die typischen Qilous ansehen, sondern zusätzlich das Leben des kantonesischen Volkes kennenlernen und miterleben.
Seit der wirtschaftlichen Entwicklung der 80er Jahren haben die Qilou mit der Zeit ihre Bedeutung für die Wirtschaft verloren. Viele Qilous wurden schon von neuzeitlichen Hochhäusern ersetzt, was von vielen Kantonesen als eine Verletzung der kantonesischen Volkskultur betrachtet wird. Man muss die Qilou, ein Produkt der Geschichte gut bewahren, da sie ein Teil der kantonesischen Geschichte sind. |
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